49 Begriffe
Finanzglossar
Auslandseinsatzentgelt, Teilfreistellung, Wertstellung: Die Begriffe, die in Preisverzeichnissen und Vertragsbedingungen selbstverständlich vorausgesetzt werden – hier in je zwei Sätzen erklärt, mit Verweis auf den passenden Vergleich oder Ratgeber.
- 3D-Secure
- Verfahren zur starken Kundenauthentifizierung bei Online-Kartenzahlungen, bei Visa als „Verified by Visa", bei Mastercard als „Identity Check" vermarktet. Es verschiebt die Haftung für nicht autorisierte Zahlungen im Regelfall zum Händler beziehungsweise zur Bank. Schutz vor Kartenbetrug →
- Abgeltungsteuer
- Pauschale Steuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Deutsche Banken und Broker führen sie automatisch ans Finanzamt ab, sofern kein Freistellungsauftrag vorliegt. Freistellungsauftrag richtig stellen →
- Auslandseinsatzentgelt
- Aufschlag, den der Kartenherausgeber für Zahlungen in Fremdwährung berechnet, üblicherweise 1,5 bis 2,5 Prozent des Umsatzes. Es ist unabhängig vom Wechselkurs des Kartennetzwerks und entfällt bei Reisekreditkarten vollständig. Reisekreditkarten im Vergleich →
- Basiskonto
- Girokonto auf Guthabenbasis, auf das jede Person mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU einen gesetzlichen Anspruch hat – auch ohne festen Wohnsitz und mit negativer Schufa. Geregelt in §§ 30 ff. Zahlungskontengesetz; die Bank darf den Antrag nur aus den dort genannten Gründen ablehnen. Girokonto Vergleich →
- Basiszins
- Von der Bundesbank jährlich veröffentlichter Zinssatz, aus dem die Vorabpauschale für Fonds berechnet wird. Er leitet sich aus der Rendite langlaufender Bundesanleihen ab und wird für die Berechnung auf 70 Prozent gekürzt. Vorabpauschale bei ETFs →
- Bonität
- Einschätzung der Fähigkeit und Bereitschaft, eingegangene Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Banken bilden sie aus internen Daten, Einkommensangaben und Auskunfteidaten – der Schufa-Score ist nur einer von mehreren Bausteinen. Schufa-Score verbessern →
- Buchungsposten
- Einzelne Kontobewegung – Überweisung, Lastschrift, Kartenzahlung –, die bei Geschäftskonten häufig einzeln bepreist wird. Tarife enthalten typischerweise ein Kontingent an Freiposten; darüber hinaus kostet jeder Posten meist zwischen 0,10 und 0,45 Euro. Geschäftskonten im Vergleich →
- Charge Card
- Kreditkarte, deren Umsätze gesammelt und zum Abrechnungstermin in einer Summe vom Girokonto eingezogen werden. Es entstehen keine Sollzinsen, weil keine Teilzahlung vorgesehen ist – das in Deutschland verbreitetste Kreditkartenmodell. Abrechnungsmodelle im Vergleich →
- Chargeback
- Rückbuchungsverfahren der Kartennetzwerke, mit dem eine bereits abgerechnete Kartenzahlung angefochten wird – etwa bei Nichtlieferung oder doppelter Belastung. Es ist kein gesetzlicher Anspruch, sondern ein Regelwerk von Visa und Mastercard mit eigenen Fristen. Chargeback richtig einsetzen →
- Dispositionskredit
- Von der Bank eingeräumter Rahmen, um das Girokonto zu überziehen, meist in Höhe von zwei bis drei Nettomonatsgehältern. Er ist jederzeit verfügbar, aber mit Sollzinsen von häufig 9 bis 14 Prozent im Jahr die teuerste geduldete Form kurzfristiger Liquidität. Dispozinsen und Alternativen →
- Dynamic Currency Conversion (DCC)
- Angebot eines ausländischen Terminals, den Betrag sofort in Euro statt in Landeswährung abzurechnen. Der dabei verwendete Kurs liegt regelmäßig 3 bis 6 Prozent über dem Kurs des Kartennetzwerks; die Ablehnung ist immer möglich. Gebühren im Urlaub vermeiden →
- Effektiver Jahreszins
- Gesamtkosten eines Kredits pro Jahr in Prozent der Kreditsumme, inklusive Bearbeitungskosten und Zinseszinseffekt. Nur der effektive Jahreszins ist zwischen Angeboten vergleichbar, der Sollzins allein nicht. Kreditkarten im Vergleich →
- Einlagensicherung
- Gesetzlicher Schutz von Bankguthaben bis 100.000 Euro je Kunde und Institut, EU-weit einheitlich geregelt. Zusätzliche freiwillige Sicherungssysteme einzelner Bankengruppen können darüber hinausgehen, sind aber kein Rechtsanspruch. Einlagensicherung im Detail →
- Emittent
- Herausgeber eines Wertpapiers, also die Gesellschaft, die eine Aktie, Anleihe oder ein Zertifikat begibt. Bei Zertifikaten und ETCs trägt der Anleger das Emittentenrisiko, bei ETFs nicht, weil diese Sondervermögen sind. ETF-Arten erklärt →
- ETF (Exchange Traded Fund)
- Börsengehandelter Investmentfonds, der in der Regel einen Index passiv nachbildet, statt aktiv Titel auszuwählen. Das Fondsvermögen ist Sondervermögen und bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt. ETF-Sparplan Grundlagen →
- Freistellungsauftrag
- Auftrag an Bank oder Broker, Kapitalerträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) ohne Steuerabzug auszuzahlen. Er lässt sich auf mehrere Institute aufteilen, die Summe darf den Pauschbetrag aber nicht überschreiten. Freistellungsauftrag richtig stellen →
- Geldwäschegesetz (GwG)
- Gesetz, das Banken zur Identifizierung ihrer Kunden und zur Überwachung auffälliger Transaktionen verpflichtet. Es ist der Grund für Video-Ident, eID-Verfahren und Rückfragen zur Mittelherkunft bei größeren Einzahlungen. Identifizierung bei der Kontoeröffnung →
- Girocard
- Deutsches Debitkartensystem der Kreditwirtschaft, früher als EC-Karte bezeichnet. Sie funktioniert nur im Inland eigenständig und wird zunehmend durch international einsetzbare Debitkarten von Visa und Mastercard ersetzt. Debitkarte oder Kreditkarte? →
- IBAN
- International standardisierte Kontonummer aus Länderkennung, Prüfziffer, Bankleitzahl und Kontonummer. Seit Oktober 2025 gleichen Banken vor jeder Überweisung IBAN und Empfängername ab und melden Abweichungen zurück. Empfängerüberprüfung erklärt →
- Interbankenentgelt (Interchange)
- Entgelt, das die Bank des Händlers an die Bank des Karteninhabers zahlt. In der EU ist es auf 0,2 Prozent bei Debit- und 0,3 Prozent bei Kreditkarten gedeckelt – der Grund, warum europäische Karten kaum großzügige Cashback-Programme finanzieren können. Rechnen sich Cashback-Karten? →
- Kleinunternehmerregelung
- Regelung nach § 19 UStG, die Unternehmen unterhalb bestimmter Umsatzgrenzen vom Ausweis der Umsatzsteuer befreit. Vorsteuer kann im Gegenzug nicht geltend gemacht werden; die Pflicht, E-Rechnungen zu empfangen, besteht trotzdem. E-Rechnungspflicht →
- Konditionenanfrage
- Bonitätsabfrage, die als „Anfrage Kreditkonditionen" gespeichert wird, für andere Banken unsichtbar bleibt und den Score nicht beeinflusst. Sie ist das Gegenstück zur harten Kreditanfrage, die zwölf Monate sichtbar ist. Konditionen- vs. Kreditanfrage →
- Kontowechselhilfe
- Gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren nach §§ 20 ff. ZKG, bei dem die neue Bank Daueraufträge, Lastschriftmandate und Zahlungspartner vom alten Konto übernimmt. Die alte Bank muss die Daten innerhalb von fünf Geschäftstagen liefern. Girokonto wechseln →
- Kreditrahmen
- Höchstbetrag, bis zu dem eine Kreditkarte belastet werden kann, bevor weitere Zahlungen abgelehnt werden. Er wird bei der Kartenvergabe bonitätsabhängig festgelegt und lässt sich bei den meisten Anbietern in der App absenken. Kreditkartenlimit anpassen →
- Legitimation (Video-Ident, eID)
- Identitätsprüfung bei der Kontoeröffnung nach dem Geldwäschegesetz, per Videoanruf, elektronischem Personalausweis oder Postident. Ohne abgeschlossene Legitimation bleibt ein eröffnetes Konto gesperrt. Identifizierung bei der Kontoeröffnung →
- Nichtveranlagungsbescheinigung
- Bescheinigung des Finanzamts, dass das Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt und deshalb keine Steuer anfällt. Bei der Bank hinterlegt, bleiben Kapitalerträge vollständig steuerfrei, auch über dem Sparer-Pauschbetrag. Freistellungsauftrag richtig stellen →
- Pfändungsschutzkonto (P-Konto)
- Girokonto, auf dem ein monatlicher Grundfreibetrag vor Pfändung geschützt ist. Jedes Girokonto muss auf Verlangen in ein P-Konto umgewandelt werden; pro Person ist nur ein P-Konto zulässig. P-Konto Vergleich →
- Prepaid-Kreditkarte
- Karte auf Guthabenbasis, die vor der Nutzung aufgeladen wird und keinen Kreditrahmen einräumt. Weil kein Kredit vergeben wird, entfällt meist die Schufa-Abfrage – für Mietwagenkautionen wird sie dagegen häufig nicht akzeptiert. Prepaid-Kreditkarten →
- PSD2
- Zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie, die starke Kundenauthentifizierung vorschreibt und Drittanbietern den Zugriff auf Kontodaten mit Zustimmung des Kunden eröffnet. Sie ist die Rechtsgrundlage für 3D-Secure und Multibanking-Apps. Schutz vor Kartenbetrug →
- Push-TAN
- Freigabeverfahren, bei dem die Bank eine Transaktion an eine gekoppelte App sendet, wo sie bestätigt wird. Die Freigabe ist rechtlich eine Autorisierung – wer sie auf Zuruf erteilt, verliert regelmäßig den Erstattungsanspruch. Schutz vor Kartenbetrug →
- Realzins
- Nominalzins abzüglich der Inflationsrate, also die tatsächliche Veränderung der Kaufkraft. Ein Tagesgeld mit 2 Prozent Zins bei 2,8 Prozent Inflation hat einen negativen Realzins, auch wenn der Kontostand steigt. Zinswende 2026 →
- Referenzkonto
- Fest hinterlegtes Girokonto, auf das ein Tagesgeld- oder Depotkonto ausschließlich auszahlen darf. Es begrenzt den Schaden bei einem kompromittierten Zugang, macht das Tagesgeldkonto aber für den Zahlungsverkehr unbrauchbar. Tagesgeld Vergleich →
- Revolving Credit (Teilzahlung)
- Abrechnungsmodell, bei dem nur ein Teil des Saldos fällig wird und der Rest als verzinster Kredit stehen bleibt. Effektivzinsen von 15 bis 25 Prozent im Jahr machen es zur teuersten Variante der Kartennutzung. Abrechnungsmodelle im Vergleich →
- Schufa-Score
- Prognosewert zwischen 0 und 100, der die Wahrscheinlichkeit einer vertragsgemäßen Zahlung schätzt. Der Basisscore wird vierteljährlich neu berechnet; branchenspezifische Scores können davon abweichen. Schufa-Score verbessern →
- SEPA-Echtzeitüberweisung
- Überweisung, die innerhalb von zehn Sekunden gutgeschrieben wird und rund um die Uhr funktioniert. Seit Oktober 2025 muss jede Bank im Euroraum sie anbieten und darf dafür nicht mehr verlangen als für eine normale SEPA-Überweisung. Echtzeitüberweisung erklärt →
- SEPA-Lastschriftmandat
- Erlaubnis an einen Zahlungsempfänger, Beträge vom eigenen Konto einzuziehen. Bei der Basislastschrift können Verbraucher autorisierte Abbuchungen acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen zurückholen, nicht autorisierte bis zu 13 Monate. Lastschrift zurückbuchen →
- Sollzins
- Reiner Zinssatz auf einen in Anspruch genommenen Kredit, ohne Nebenkosten. Bei Kreditkarten wird er tagesgenau auf den offenen Saldo berechnet und fällt an, sobald die Vollzahlung ausbleibt. Abrechnungsmodelle im Vergleich →
- Sondervermögen
- Rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrenntes Fondsvermögen. Bei einer Insolvenz der Gesellschaft fällt es nicht in die Insolvenzmasse und bleibt Eigentum der Anleger – der zentrale Unterschied zu Zertifikaten. Was ist ein Depot? →
- Sparer-Pauschbetrag
- Jährlicher Freibetrag für Kapitalerträge von 1.000 Euro pro Person, 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung. Er wirkt nur, wenn ein Freistellungsauftrag erteilt ist – sonst wird zunächst Steuer einbehalten und muss über die Steuererklärung zurückgeholt werden. Freistellungsauftrag richtig stellen →
- Spread
- Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs eines Wertpapiers. Er ist eine echte Handelskosten-Komponente: Bei außerbörslichem Handel außerhalb der Referenzbörsenzeiten weitet er sich oft spürbar aus. Handelsplätze im Vergleich →
- Teilfreistellung
- Steuerfrei gestellter Anteil der Erträge eines Fonds als Ausgleich für die Vorbelastung auf Fondsebene: 30 Prozent bei Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote, 15 Prozent bei Mischfonds. Vorabpauschale bei ETFs →
- TER (Gesamtkostenquote)
- Jährliche laufende Kosten eines Fonds in Prozent des Fondsvermögens, automatisch aus dem Fondsvermögen entnommen. Transaktionskosten innerhalb des Fonds sind darin nicht enthalten, weshalb die Tracking-Differenz aussagekräftiger ist. ETF-Sparplan Grundlagen →
- Thesaurierend vs. ausschüttend
- Thesaurierende Fonds legen Erträge automatisch wieder an, ausschüttende zahlen sie aufs Verrechnungskonto aus. Steuerlich werden beide gleich behandelt – bei thesaurierenden greift dafür die Vorabpauschale. Ausschüttend oder thesaurierend? →
- Verrechnungskonto
- Geldkonto, das zu jedem Depot gehört und über das Käufe, Verkäufe, Dividenden und Steuern abgewickelt werden. Wertpapiere liegen im Depot, Geld auf dem Verrechnungskonto – und dort gilt die normale Einlagensicherung. Was ist ein Depot? →
- Verwahrentgelt
- Entgelt, das Banken in Negativzinsphasen auf Guthaben oberhalb eines Freibetrags erhoben haben, umgangssprachlich Strafzins. Seit dem Ende der Negativzinsen weitgehend abgeschafft, in Preisverzeichnissen aber teilweise weiter vorgesehen. Tagesgeld Vergleich →
- Vorabpauschale
- Fiktiver Mindestertrag thesaurierender Fonds, der jährlich besteuert wird, damit die Steuer nicht bis zum Verkauf aufgeschoben wird. Sie wird Anfang Januar für das Vorjahr belastet und beim späteren Verkauf angerechnet. Vorabpauschale bei ETFs →
- Wertstellung (Valuta)
- Datum, ab dem ein Betrag zinswirksam auf dem Konto ist – nicht zwingend das Buchungsdatum. Eine Wertstellung zulasten des Kunden vor der tatsächlichen Verfügbarkeit ist bei Zahlungskonten unzulässig. Versteckte Kontogebühren →
- XRechnung und ZUGFeRD
- Die beiden in Deutschland gebräuchlichen E-Rechnungsformate nach EN 16931. XRechnung ist ein reiner XML-Datensatz, ZUGFeRD kombiniert ein PDF mit eingebetteten XML-Daten – beide erfüllen die gesetzliche Formatpflicht, ein einfaches PDF nicht. E-Rechnungspflicht →
- Zinstreppe
- Staffelung des Zinssatzes nach Anlagebetrag, bei der oberhalb einer Grenze ein niedrigerer Satz gilt. Der beworbene Spitzenzins gilt dann nur für einen Teil des Guthabens, was den Mischzins deutlich drückt. Neukundenzinsen richtig lesen →